Diffamierung der Erklärung "Für Freiheit und Selbstbestimmung" und Edith Düsings


12.05.09

Diffamierung der Erklärung "Für Freiheit und Selbstbestimmung" und Edith Düsings

Campus Grün Köln desinformiert, diffamiert und diskriminiert

(MEDRUM) "Campus Grün Köln" betreibt diffamierende Desinformation und verbreitet diskriminierende Äußerungen über die Unterzeichner der Erklärung "Für Freiheit und Selbstbestimmung".

In der Überschrift eines Artikels vom 29.04.09 wird festgestellt: "Kölner Professorin unterstützt homophobische Hetze…". Verurteilt wird namentlich die Professorin für Philosophie Edith Düsing, weil sie die Erklärung "Für Freiheit und Selbstbestimmung" unterzeichnet hat. Weiter heißt es: "Das Autonome Lesben- und Schwulenreferat (LUSK) kritisiert die Unterstützung der Kölner Professorin für eine Erklärung fundamentaler, evangelikaler Christen. Wir dokumentieren die Pressemitteilung der LUSK."

Die Behauptung, die Kölner Professorin unterstütze "eine Erklärung fundamentaler, evangelikaler Christen" ist falsch. Richtig ist vielmehr, dass eine Vielzahl namhafter Persönlichkeiten und Bürger aus allen Berufsgruppen und aus verschiedenen Konfessionen die Erklärung "Für Freiheit und Selbstbestimmung" unterstützen, wie die Unterzeichnerliste in MEDRUM belegt. Sie ist weder eine Erklärung fundamentaler noch evangelikaler Christen. Viele Erstunterzeichner sind weder evangelische noch evangelikale, sondern katholische Christen oder haben keine Bindung an eine dieser kirchlichen Gemeinschaften.

Ebenso wird falsch behauptet, die Professorin unterstütze "homophobe Hetze". Richtig ist, dass die Unterzeichner der Erklärung die Würde homosexuell orientierter Menschen und ihr Recht achten,  eine homosexuelle Lebensweise zu praktizieren. In der Erklärung wird hierzu ausdrücklich festgestellt: " Niemand bestreitet die Würde von Menschen mit homosexueller Orientierung und ihre persönliche Freiheit, eine homosexuelle Lebensweise zu praktizieren." Eine solche Haltung dokumentiert das Gegenteil von "homophober Hetze". Auch die Feststellung in der Erklärung, es gebe Menschen, die unter ihrer sexuellen Orientierung leiden und therapeutische Hilfe suchen, dokumentiert dies. Hier spiegelt sich keine feindselige Haltung wieder, sondern die Aufmerksamkeit und das Interesse für solche Mitmenschen, die mit ihrer homosexuellen Orientierung im Konflikt leben und Hilfe suchen, weil sie ihre Orientierung verändern möchten. Nicht in dieser, sondern in der Haltung derjeniger wird eine menschenabgewandte, "homophobe" Einstellung sichtbar, die vor hilfesuchenden Menschen die Augen verschließen und ihre Bedürfnisse ignorieren. Dies spiegelt sich schließlich auch in einer weiteren Feststellung der Erklärung wieder, die auf wissenschaftliche Unter­suchungen hinweist, die belegen, dass praktizierte Homosexualität auch ein erhebliches gesundheitliches und psychisches Risiko bergen kann. Den Hinweis auf nachweisbare gesundheitliche Risiken als "homophob" zu diffamieren, zeugt von Ignoranz und geringem Verantwortungsbewußtsein. Wer würde einem Experten für Sicherheit im Straßenverkehr "Autofeindlichkeit" vorwerfen können, weil der auf Risiken und Gefahren im Verkehr aufmerksam macht?

Unabhängig von der Frage nach dem Umgang mit unterschiedlichen sexuellen Orientierungen täuscht die Darstellung im Campus Grün Köln jedoch darüber hinweg, dass es den Unterzeichnern nicht um die Frage des Umgangs mit der Sexualität geht, sondern darum, einen offenen und kontroversen Dialog zu ermöglichen, anstatt Rede- und Denkverbote zu erteilen und fachkundige Experten von einer solchen Diskussion auszuschließen, wie es von verschiedenen Gruppen gefordert wird. Dies ist das Kernanliegen der Unterzeichner der Erklärung "Für Freiheit und Selbstbestimmung", in der festgestellt wird, dass es für dringend nötig erachtet wird, dass den Kongreßteilnehmern am Marburger Kongreß "Psychotherapie und Seelsorge" ein uneingeschränkter fachlicher Dialog ermöglicht wird. Die Unterzeichner setzen sich nicht für "homophobe" Ziele und derartige Anliegen, sondern für die Freiheit der Versammlung, der Rede, des wissenschaftlichen Diskurses und der Wahl der Therapie ein.

Trotz solcher irreführenden Informationen hat sich eine Reihe von Personen entschlossen, eine Erklärung der LUSK (Lesben- und Schwulenreferat Köln) "Für Akzeptanz und Gleichberechtigung" zu unterstützen, in der den Unterzeichnern der Erklärung "Für Freiheit und Selbstbestimmung" vorgeworfen wird, sie würden sexuelle Orientierung und Identität vermischen. Es sei inakzeptabel, dass Orientierung und Lebensweise Schwuler und Lesben nicht akzeptiert und anerkannt würden, sondern im Gegenteil als problematisch und gefährdend erachtet würden.  "Wir fordern die Unterzeichner der Erklärung "Für Freiheit und Selbstbestimmung" zur Richtigstellung ihrer Thesen auf und verlangen eine öffentliche Entschuldigung, die an alle Lesben und Schwule gerichtet ist", lautet der Schluß der Erklärung der LUSK.

Zu den Unterzeichnern der LUSK-Erklärung gehören unter anderen:

  • Manfred Bruns, Sprecher des Lesben- und Schwulenbandes in Deutschland (LSVD) - Bundesanwalt beim Bundesgerichtshof a.D.
  • Prof. Dr. Melanie Steffens, Dozentin für Psychologie an der Universität Jena
  • Günter von Schenk, Vorstand Junge Europäische Föderalisten (JEF) - Vorstand BUND

Falsch ist schließlich auch die Feststellung in der LUSK-Erklärung, die Erklärung  “Für Freiheit und Selbstbestimmung” sei eine Erklärung des Forums Medrum. Richtig ist, dass es sich nicht um eine Erklärung des Forums MEDRUM handelt, sondern um eine Erklärung der Unterzeichnenden. MEDRUM hat diese Erklärung wie andere Informationsdienste, z.B. "kath.net" publiziert und stellt die Plattform für eine Online-Unterzeichnung der Erklärung zur Verfügung.


LUSK-Erklärung -> Für Akzeptanz und Gleichberechtigung

Campus Grün Köln -> http://www.campusgruen.uni-koeln.de/koelner-professorin-unterstuetzt-homophobische-hetze