BILD fragt - Göring-Eckardt antwortet nicht


01.09.13

BILD fragt - Göring-Eckardt antwortet nicht

Spitzenkandidatin der Grünen und Präses der Synode der EKD: Mehr Steuern von Eheleuten für die Kinderbetreuung - keine Auskunft bei Änderung ihres Familienstandes

(MEDRUM) Die Spitzenkandidatin der Grünen und Präses der Synode der EKD, Katrin Göring-Eckardt, lehnt es im Interview mit BILD am Sonntag ab, sich über eine vermeintliche Trennung von ihrem Ehemann zu äußern. Zuvor hatte die Kirchenfrau bereits der evangelischen Nachrichtenagentur idea mitteilen lassen, darüber sage sie nichts.

Göring-Eckardt für Kinderbetreuung statt Ehegattensplitting

Auf die Frage von BILD, ob Katrin Göring-Eckardt das Ehegattensplitting, das die Grünen abschaffen wollen, auch selbst nutze, entgegnete sie, dass die Grünen das Ehegattensplitting abschmelzen wollen, um das Geld in die Kinderbetreuung zu stecken. Auf die Frage, ob sie das Ehegattensplitting auch selbst nutze, gab Göring-Eckardt keine Antwort.

BILD fragte nach: Wir wollen ja nur wissen, ob Sie von einer Abschmelzung des Ehegattensplittings, wie es die Grünen fordern, betroffen wären.

Göring-Eckardt: "Das betrifft mein Privatleben. Das halte ich aus dem Wahlkampf konsequent heraus. Zur Wahl stehe ich als Spitzenkandidatin und nicht mein persönliches Umfeld."

Ist Änderung des Familienstandes für Öffentlichkeit tabu?

BILD fragte die Kirchenfrau der Grünen dann nach dem Zusammenleben mit ihrem Ehemann: "In den letzten Wochen gab es mehrere Berichte in verschiedenen Zeitungen zu Ihrem Privatleben. Leben Sie noch mit Ihrem Mann, dem Pastor Michael Göring, zusammen?"

Göring-Eckardt: "In diesem Wahlkampf geht es ja bei vielen Kandidaten schon mehr um das Private als um die Inhalte. Daran will und werde ich mich nicht beteiligen. Über die politischen Inhalte streite ich gerne hart und leidenschaftlich."

BILD wollte schließlich wissen, ob sie auch Änderungen ihres Familienstandes geheimhalten will: "Sie haben ja erzählt, dass Sie Michael Göring geheiratet haben. Wenn sich Ihr Familienstand ändert, würden Sie dies der Öffentlichkeit mitteilen?"

Göring-Eckardt: "Ich werde mit keinem Medium mein Privatleben besprechen, habe das auch seit Jahren nicht getan."

idea: statt Antwort "kräftige Drohung"

Wie MEDRUM berichtete, hat sich Göring-Eckardt auch gegenüber der evangelischen Nachrichtenagentur idea geweigert, zu einer möglichen Trennung von ihrem Ehemann, über die BILD in der Ausgabe vom 15.08.13 berichtet hatte, Stellung zu nehmen. Der Bild-Artikel wurde danach aus dem Online-Angebot der Zeitung entfernt. "Was hat Präses Göring-Eckardt zu verbergen?", fragte deshalb Wolfgang Polzer in seinem Kommentar zur Haltung von Göring-Eckardt in idea-Spektrum 35/2013 kritisch nach. Polzer vertrat die Auffassung, dass die Frage nach einer Trennung nicht tabu sein dürfte.

Bereits in der Spektrum-Ausgabe 20/2013 ("Fakten und Gerüchte in der EKD") hatte idea über "eine EKD-Repräsentantin" berichtet, die eine Auskunft verweigerte und stattdessen ihren Anwalt antworten ließ. Statt einer Antwort habe es eine "kräftige Drohung" gegeben. Die EKD-Repräsentantin dulde keine Berichterstattung über ihre Privatsphäre, soll es laut idea geheißen haben.

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Katrin Göring-Eckardt

Die grüne Spitzenpolitikerin Katrin Göring-Eckardt wurde 2009 zur Präses der Synode der EKD gewählt und gehört seit 2009 auch dem Präsidium des Evangelischen Kirchentages an.


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30.08.13 idea fragt: "Was hat Präses Göring-Eckardt zu verbergen?" MEDRUM